AfD-Ergebnis und Tourismus. Auf Usedom einzelne Mails, keine bestätigten Stornierungen

Drei Wochen nach der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern prüft die Tourismusbranche, ob sich das Ergebnis auf die Gästezahlen auswirkt. Bei der Wahl am 20. September kam die AfD nach dem vorläufigen Ergebnis auf 38,2 Prozent und lag damit vor der SPD (35,5 Prozent). Die CDU verpasste mit 4,9 Prozent den Einzug in den Landtag.

Stimmen von Gästen

Der Nordkurier hat über einen 75-jährigen Urlauber aus Nordrhein-Westfalen berichtet, der seit etwa 26 Jahren an die Ostsee nach Mecklenburg-Vorpommern kam, erst mit dem Wohnwagen, dann mit dem Wohnmobil, oft zusammen mit der Familie seines Sohnes. Die Zeitung hat seinen Namen geändert. Der Mann sagt, er werde in diesem Bundesland keinen Urlaub mehr machen. Seine Familie ist multikulturell, und die Familie seines jüngeren Sohnes meidet die Region – so die Zeitung – ohnehin. „Rassismus geht für mich gar nicht“, zitiert ihn der Nordkurier. Statt an die Ostsee will er künftig nach Frankreich, Spanien, in die Niederlande und in andere Teile Deutschlands fahren.

Was die Branche sieht

Laut Nordkurier bestätigt Peter Kranz, Geschäftsführer der MV Tourismus GmbH, dass einige Gäste angekündigt hätten, nicht zu kommen, und dass solche Signale auch von Partnern des Verbands gekommen seien.

Auf Usedom ist das Ausmaß gering. Karina Schulz von der Usedom Tourismus GmbH sagte der Zeitung, es seien nur wenige E-Mails von besorgten Gästen eingegangen, konkrete Stornierungen seien nicht verzeichnet worden. „Das sind Einzelfälle“, sagte sie. Wie der Nordkurier zusammenfasst, hat die Tourismusbranche bislang keine Hinweise darauf, dass das Wahlergebnis Gäste abschreckt.

Quellen: Nordkurier (8.10.2026); Pharmazeutische Zeitung, vorläufiges Wahlergebnis (20.–21.09.2026).

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